Das Eva Hermann Umkehr-Prinzip oder wie Blogeinträge und E-Mails sich tendenziell unterscheiden

12. September 2007 um 18:52 Uhr | In Statistik, Web 2.0 | | | Mister Wong |

Woran misst man eigentlich Stimmungen? Nicht für jedes Thema hat man ein Trendbarometer parat, nicht alles zählt man genau nach, manches will man eben einfach nur schätzen. So zieht man zum Beispiel aus einer Anzahl von Briefen oder Artikeln sein persönliches Fazit.

Heute bin ich diesbezüglich über eine Aussage von Eva Hermann auf Bild.de gestoßen. Bei Ihrer Entschuldigung für Ihre Äußerungen zur Familienpolitik in der Nazi-Zeit spricht Sie laut Bild nebenbei von den vielen, “wildfremden Menschen”, die ihr geschrieben haben. “Über 1000 E-Mails habe ich bekommen”, sagt sie. “95 Prozent davon Zustimmung.”

Seltsam, dachte ich. 95 Prozent, die den Äußerungen von Eva Hermann positiv gegenüber stehen?

Ich wollte wissen, wie denn die Meinungen unter den Bloggern bezüglich der Äußerungen der Ex-Tagesschausprecherin sind und schaute einfach mal bei google Blogsearch in die aktuellen Einträge zum Thema “Eva Hermann”. Also wenn mich nicht alles täuscht, erschließen sich hier Blogeinträge mit “gefühlten” 95 Prozent Ablehnung zu den Äußerungen von Frau Hermann. Wie gesagt: nur geschätzt, nicht geprüft.

Wie kann es sein, dass E-Mailer und Blogger so verschieden denken? Kann mir das bitte jemand erklären?

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4 Kommentare »

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  1. Ach, das ist doch recht einfach: E-Mails, die eine Person erhalten hat, lassen sich extern auf die Korrektheit der Aussage (95 % Zustimmung) hin nicht überprüfen, Blogeinträge sind für alle einsehbar.

    Und als zweiten Grund für die unterschiedlichen Reaktionen per Mail und Blog kann man noch anführen, dass Menschen, die dem Gedankengut von Eva Herman nahe stehen, eher noch nicht so weit sind, dass sie bloggen.

    Dass die Menschen im Netz in den letzten Tagen vermehrt die E-Mail-Adresse von Frau Herman gesucht hatten, kann ich bestätigen, durch eine große Anzahl von Referrern in meiner Blogstatistik mit einer Google-Suche nach Eva Herman (in allen Kombinationen Herrmann, Herrman, Hermann) & Mail.

    Kommentar von Markus — 14. September 2007 #

  2. Da scheint mir auch kein Widerspruch vorzuliegen: Angenommen, die Blogger-Meinung ist repräsentativ, so dass nur 5% der Eva zustimmen. Dass diese 5% ein größeres Bedürfnis haben, Eva zu schreiben, als die 95% Ablehner, ist logisch.

    Kommentar von Tobias E. Lampe — 14. September 2007 #

  3. Liebe Frau Herman,ich beglückwünsche Sie zu der von Ihnen so sauber geführten Debatte bei und mit Kerner. Jeder sollte das Recht haben, seine Meinung öffentlich zu äußern ohne abgestraft zu werden. Das wird auch das Arbeitsgericht so sehen.
    Weiter so, Eva! Glück auf!
    Ihr Fritz Rüggeberg

    Kommentar von Fritzchen — 11. Oktober 2007 #

  4. Meine Meinung dazu ist, wer Eva Herman
    zustimmt, mailt vielleicht lieber direkt,
    während andererseits die Gegner gerne ihre
    Meinung öffentlich darstellen.
    Wie oben schon so ähnlich geäußert.
    Wer wirklich das Gesprächsprotokoll
    gelesen und den Verlauf der Sendung
    aufmerksam verfolgt hat, kann doch nur
    zu dem Ergebnis kommen, dass dort ein
    übles Schauspiel auf Kosten von Eva Herman
    inszeniert wurde.
    Die Vorwürfe kamen ständig, aus dem Zusammenhang gerissen und ohne ihr die Möglichkeit zu ausreichender Erklärung einzuräumen.
    Die Krönung ist der Vorwurf des Rassismus
    durch Herrn Wippermann.
    Solche Leute waren es vermutlich auch, die den wissenschaflich Rahmen für Hexenverbrennungen im Mittelalter lieferten

    Kommentar von Peter — 17. Oktober 2007 #

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